Monatliches Archiv: Mai 2015

Artikel im Wochenblatt – „Hanstedt muss sich organisieren!“ – Brackeler Bürgerinitiative „X-durch-Y“ hofft auf weitere Unterstützer

Ergänzend zu diesem Artikel möchten wir festhalten, dass es in dem Verfahren des Dialogforums Schiene Nord ausschließlich um den Güterverkehr in unserer Region geht. Aus diesem Grund ist die Diskussion pro/kontra Personennahverkehr komplett irrelevant.

mum. Brackel. Bei den derzeitigen Planungsvarianten der Y-Trasse gehe es ausschließlich um Güterverkehr. Das sei jetzt im Rahmen einer Infoveranstaltung der Brackeler Bürgerinitiative „X-durch-Y“ nochmals in aller Deutlichkeit angesprochen wurden. „Ginge es darum, den Personennahverkehr in unserer Region auszubauen, dann würden wir unseren Protest sofort einstellen“, so Axel Meinhard vor der Versammlung und bezog sich dabei auf kritische Nachfragen, warum man in Brackel gegen die Bahntrassen protestiere. Viele Menschen gingen immer noch davon aus, dass es sich auch um neue Bahnstrecken für Personenverkehr handeln würde. Aber: Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium prüfen laut Meinhard derzeit im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2015 insgesamt zehn Trassenvarianten, um dem prognostizierten Anstieg der Güterverkehre aus den Seehäfen ins Binnenland gerecht zu werden. Laut eines Kosten-Nutzen-Gutachtens des Freiburger Büros „BVU Wirtschaft + Verkehr GmbH“ sei die SGV-Y Trasse, die von Maschen bis Soltau entlang der A7 geplant ist, in der Gesamtbetrachtung inzwischen auf Rang vier vorgerückt. „Diese zweigleisige Bahnstrecke für Gütertransport wird auch Auswirkungen auf die nahe der Autobahn liegenden Orten wie Quarrendorf, Nindorf sowie Schätzendorf haben“, sagt Meinhard. Er hofft, dass sich die Einwohner von Hanstedt auch organisieren oder der Bürgerinitiative „X-durch-Y“, beziehungsweise der Egestorfer Bürgerinitiative „UnsYnn“anschließen, um möglichst geschlossen aufzutreten.
Nach ihrer beeindruckenden Auftaktveranstaltung, bei der Mitte April über 1.000 Menschen in Brackel friedlich und fröhlich gegen die Planungen der Bahn demonstriert hatten, wird jetzt in Brackel bereits die nächste Verstaltung vorbereitet: „Am 13. Juni werden wir unseren Protest ganz weit nach oben lenken“, so Meinhard. Welche Aktion genau geplant ist, soll noch nicht verraten werden.
• Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.x-durch-y.de.

„Jetzt besteht noch die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen“, sagt auch Hanstedts Bürgermeister Gerhard Schierhorn (li.). Mit Axel Meinhard blickt er jetzt kritisch auf die Alternativtrassen (Foto: Ines Westphalen)

„Jetzt besteht noch die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen“, sagt auch Hanstedts Bürgermeister Gerhard Schierhorn (li.). Mit Axel Meinhard blickt er jetzt kritisch auf die Alternativtrassen (Foto: Ines Westphalen)

1.000 Mitglieder! Vielen Dank für die tolle Unterstützung!

Nachdem der April, mit unserer Veranstaltung bombastisch zu Ende ging, haben wir uns in den letzten Wochen überwiegend um das Dialogforum gekümmert. Dies wird auch die kommende Zeit prägen.

Trotzdem möchten wir es nicht versäumen bekannt zu geben, dass wir seit Ende April vierstellig zählen. Wir werden nun tatsächlich durch über 1.000 Mitglieder unterstützt.

Vielen Dank dafür!

Sonder-Newsletter vom 04. Mai 2015

Seevetal, Brackel, Marxen, Soltau, den 04. Mai 2015

Die unterzeichnenden Bürgerinitiativen erklären gemeinsam:

Wir sind mit Bahn, Bund und Land an einem sinnvollen Austausch auf Augenhöhe interessiert. Bahn, Bund und Land haben Pläne, die unser Leben hier vor Ort massiv negativ beeinflussen. Entsprechend ist es auch Aufgabe von Bahn, Bund und Land, uns ihre Vorhaben zu erklären und zu begründen. Und zwar in einer Form, die für jeden Normalbürger transparent, verständlich und nachvollziehbar ist.

Jede geplante Trasse muss einzeln für sich betrachtet werden. Es gibt unterschiedliche Probleme, unterschiedliche Befindlichkeiten oder unterschiedlich schwere Vorbelastungen auf den unterschiedlichen Streckenverläufen. In manchen Fällen sogar entlang ein und derselben Trasse. Eine einzelne Trasse argumentativ zu würdigen ist bereits ein hochkomplexes Vorhaben. Alle Trassen sind in ihrer Summe um ein vielfaches komplexer.

Entlang der Strecken haben sich in den Regionen Bürgerinitiativen gebildet. Sie kennen die individuellen Situationen vor Ort wie keiner sonst. Sie genießen das Vertrauen der Bürger, die sie vertreten und haben entsprechend verantwortungsvoll mit ihrer Stimme umzugehen. Das heißt: diese Bürgerinitiativen sollten zu jedem Zeitpunkt direkt und unmittelbar in die Diskussionen involviert sein. Nur so ist gewährleistet, dass die Stimmen der Betroffenen auch ausreichend gehört werden und dass deren Wissen um die Umstände vor Ort ausreichend eingebracht wird.

In diesem Sinne halten wir – die unterzeichnenden Initiativen – es nicht für richtig, geschweige denn in einem befriedigendem Sinne zielführend, einen Bund von Bürgerinitiativen zu schließen, in dem wenige Interessenvertreter mit wenigen (Land-, Bund-, Bahn,-) Vertretern hinter „verschlossenen Türen“ die Sachlage erörtern. Oder im schlimmsten Fall sogar verhandeln.

Dieser Dialog muss offen und transparent mit allen Betroffenen ausgetragen werden. Auch wenn das anstrengend ist. Es steht zu viel auf dem Spiel, als das man dies in die Hände von wenigen legen sollte. Früher oder später würden sich diese Vertreter automatisch verdächtig machen, jene Interessen am konsequentesten zu verfolgen, die ihnen am nächsten liegen. Ein Zusammenschluss der Bürgerinitiativen ist auch faktisch nicht richtig: Es gibt nicht eine Bürgerinitiative für alle betroffenen Bürger. Auch gibt es kein solches Mandat der von uns zu vertretenen, betroffenen Bürger. Es gibt viele unterschiedlich betroffene Bürger, die sich sehr bewusst zu unterschiedlichen Initiativen zusammengeschlossen haben, um ihre unterschiedlichen Probleme mit den Planungen vertreten zu wissen.

Die heutige Situation stellt uns vor einen schwierigen Drahtseilakt: Trassenplanungen, die Menschen an den Rand der Verzweiflung treibt. Dem gegenüber ein Gutachten, das Antworten geben soll, aber mindestens so viele Fragen aufwirft. Das in der vorliegenden Form nicht überprüfbar und damit diskutierbar scheint. Bahn, Bund und Land, die unter Zeit- und Erfolgsdruck stehen und eine fordernde Wirtschaftslobby. Dieses Unterfangen ist hochexplosiv. Die Konstellation schreit geradezu danach, dass der Bürgerwille, den wir vertreten sollen, dabei unter die Räder kommt. Das Letzte, was wir in dieser Situation tun dürfen, sollten oder würden, ist unser Mandat und damit unsere Verantwortung einem anderen Gremium zu übertragen.

Wir sind viele. Wir sind da. Wir sind stark. Wir reden mit. Wir vertreten. Wir entscheiden. So, wie vom ersten Tag an unseren Mitgliedern angekündigt und versprochen.

BIs